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Definition: Daten - Information

Dem Datenschutz fehlt eine Definition, was unter dem Daten-Begriff verstanden werden soll.

Was wir heute Datenschutz nennen wurde als ein Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung eingeführt. Der dabei verwendete Informations-Begriff ist ebenfalls keiner verbindlichen Definition unterworfen worden.

Die EU-DSGVO setzt Daten und Information inzwischen synonym.

Mittlerweile wird die Notwendigkeit eines Rechts auf Daten gefordert und diskutiert.
Wir leben in einer Informations-Gesellschaft und befolgen Datenschutz-Gesetze, begnügen uns jedoch mit Vermutungen, was gemeint sein dürfte, oder ob es sich womöglich bei Daten und Information gar um dasselbe handeln könnte.

Es steht jedem Gesetzgeber frei, Begrifflichkeiten für zu regelnde Sachverhalte mit einer vorangehenden Definitionen zu versehen und damit festzulegen, also Definitionen für Daten und Information anzubieten, um diese sodann den als erforderlich erachteten Regelungen zuzuführen.

Dies könnte der Klarheit der beabsichtigten Regelungen dienen, Abgrenzungen zwischen den verwendeten Begrifflichkeiten erleichtern und damit beispielsweise einen Abschluß von Verträgen zu vereinfachen. Auch bei Vereinbarungen mit anderen Ländern über den grenzüberschreitenden Austausch und die Verarbeitung von Daten, hinter denen sich womöglich Informationen verbergen wäre eine Klarstellung der Begriffe hilfreich, zumal dabei auch noch sprachlich sowie kulturell bedingte Verständnis-Unterschiede angeglichen werden könnten.

In einer Grundsatzentscheidung hatte das Bundesverfassungsgericht aus den im Grundgesetz verankerten allgemeinen Persönlichkeitsrechten sowie der Menschenwürde ein informationelles Selbstbestimmungsrecht entwickelt, welches am 15. Dezember 1983 als „Volkszählungsurteil“ verkündet wurde. Darin heißt es:
„Mit dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung wären eine Gesellschaftsordnung und eine diese ermöglichende Rechtsordnung nicht vereinbar, in der Bürger nicht mehr wissen können, wer was wann und bei welcher Gelegenheit über sie weiß. Wer unsicher ist, ob abweichende Verhaltensweisen jederzeit notiert und als Information dauerhaft gespeichert, verwendet oder weitergegeben werden, wird versuchen, nicht durch solche Verhaltensweisen aufzufallen. […] Dies würde nicht nur die individuellen Entfaltungschancen des Einzelnen beeinträchtigen, sondern auch das Gemeinwohl, weil Selbstbestimmung eine elementare Funktionsbedingung eines auf Handlungsfähigkeit und Mitwirkungsfähigkeit seiner Bürger begründeten freiheitlichen demokratischen Gemeinwesens ist. Hieraus folgt: Freie Entfaltung der Persönlichkeit setzt unter den modernen Bedingungen der Datenverarbeitung den Schutz des Einzelnen gegen unbegrenzte Erhebung, Speicherung, Verwendung und Weitergabe seiner persönlichen Daten voraus. Dieser Schutz ist daher von dem Grundrecht des Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG umfasst. Das Grundrecht gewährleistet insoweit die Befugnis des Einzelnen, grundsätzlich selbst über die Preisgabe und Verwendung seiner persönlichen Daten zu bestimmen.“

Das informelle Selbstbestimmungsrecht regelt, wie alle Grundrechte, das Verhältnis zwischen dem Bürger und seinem Staat.

Einschränkungen der informationellen Selbstbestimmung sind nur auf gesetzlicher Grundlage zulässig. Das Bundesverfassungsgericht weist ausdrücklich darauf hin, dass es „kein belangloses Datum“ gebe. Vielmehr bedürfe die Verwendung aller personenbezogenen Daten einer besonderen Rechtfertigung.

In der nun vorliegenden Datenschutz-Gesetzgebung reguliert der Staat durch Übernahme der EU-Norm eine Verwendung personenbezogener Daten durch die Wirtschaft.

Die IITR Datenschutz GmbH hat Vorschläge erarbeitet, die in Frage stehenden Begriffe durch Definitionsansätze zu konkretisieren. Der Mensch hat Zugang zu zwei Sphären, mit denen er sich sein Umfeld erschließen kann.
• Die Sphäre der Vorstellung, des Geistes, der Wertung
• Die Sphäre der objektiven Beweisbarkeit, in der sämtliche Vorgänge des Universums beschrieben werden können. Dazu bedarf es der Erkundung der Naturgesetze, die auf konkrete Materie einwirkten.

Die erste Sphäre ist bestimmt durch Imagination, Vorstellungsvermögen und Bewertungen, allesamt geistige Vorgänge, die ohne körperliche Substanz auskommen. Nach allem, was wir wissen ist diese Sphäre nur dem Menschen mit seiner wertenden Fähigkeit zugänglich. Die zweite Sphäre an das Vorhandensein von Materie gebunden, ist damit konkret und mit all ihren universellen Ausprägungen unabhängig von jeder menschlichen Existenz.

Der Mensch erkennt diese Sphäre und erforscht ihre naturgesetzlich geprägte Zusammensetzung.

Der ersten Sphäre weisen wir den Informations-Begriff zu für den Austausch von wertender Beobachtung und Beschreibung. Der Mensch informiert, wobei ein wertender Bestandteil in jeder Information enthalten ist.

Die zweite Sphäre ist ausnahmslos auf das Vorhandensein von Materie angewiesen um die Naturgesetze zur Wirkung bringen zu können. Die Wechselwirkungen von Materie, ebenso wie das Einwirken auf Materie sind die Voraussetzung, um von Daten sprechen zu können, die als Ausdruck dieser Vorgänge betrachtet werden. Ohne Materie ist keine Entstehung von Daten möglich, so wenig wie Daten-Ausbreitung, -Verarbeitung, -Versendung oder –Speicherung.

Der Mensch informiert.
Maschinen verarbeiten Daten.
Der Mensch tauscht Informationen aus.
Eine Maschine tauscht Daten aus.

Allerdings lassen sich Informationen in (beispielsweise) Binär-Code übertragen, um Informationen einer maschinellen, mithin materiellen Verarbeitung zugänglich zu machen.

Hierbei wird Information wird auf die materielle Ebene der Daten übertragen.

Es kommt zu einer Vermischung der beiden Sphären durch Übertragung geistiger, also substanzfreier Information, in die Sphäre der materiell bestimmten Daten. Die Abgrenzung der beiden Sphären verwischt.

Die scheinbar aufgehobene Abgrenzung der beiden Sphären erschwert eine Fundierung des Eigentums an Daten, sowie die Geltendmachung eines informellen Selbstbestimmungsrechts, mithin die Durchsetzung des Schutzes von Informationen, die eigene Person betreffend.
...
Diskussionsbeiträge

16. Januar 2017
IITR Datenschutz GmbH: "Daten und Information" – Hintergrund

Unsere Befassung mit der Verwendung des Daten- sowie Informations-Begriff erstreckte sich über mehr als 10 Jahre. Wir haben dabei erfahren, dass bereits die Pioniere der Datenverarbeitung unter Schwierigkeiten litten, hierzu klare Begriffe zu finden...

März 2017
BMVI: Wir brauchen ein Datengesetz in Deutschland!

Daten sind der Rohstoff der Digitalisierung und Grundlage jeder digitalen Innovation. Damit ist klar: Die Wertschöpfung der Zukunft und der Mehrwert aus digitalen Anwendungen entstehen nur...

18. März 2017
Bundeskanzlerin Angela Merkel

...spricht sich für eine einheitliche Regelung des Eigentums an Daten in der EU aus.

22. März 2017
Verkehrsminister Dobrindt: Halter sollen Eigentümer von Fahrzeugdaten werden.

Wem gehören die Daten, die ein vernetztes Auto generiert? Verkehrsminister Dobrindt hat dazu ganz andere Ideen als Bundeskanzlerin Angela Merkel.

28. September 2017
Is the definition of "personal data" in new DP Bill correct?

Ein Artikel von AMBERHAWK.

01. November 2017
BMVI-Fachkonsultation „,Eigentumsordnung‘ für Mobilitätsdaten

Mehr dazu in der Stellungnahme Telemedicus e.V..

März 2018
NO ONE OWNS DATA, by Lothar Determann

Connected cars, industrial machines, toys and other devices on the Internet of Things (IoT) generate vast amounts of data and information. The total amount of stored data is expected to double every two years—meaning a 50-fold growth from 2010 to 20203 — and reach 163 zettabytes by 2025. Autonomous vehicles, for example, can...

17. Juni 2018
Zum Verhältnis von Glauben, Philosophie und Naturwissenschaft

Ein Artikel von Telepolis (heise online)
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