Privacy Enhancing Technologies in der Praxis: Vergleichende Einblicke aus Wirtschaft und Aufsicht
28.01.2026
Zusammenfassung
Beim neulich stattfindenden Austausch des IAPP KnowledgeNet Chapter in München wurde deutlich, dass Privacy Enhancing Technologies längst vom theoretischen Konzept zum praktischen Schlüssel moderner Datenschutz- und Compliance-Strategien geworden sind.
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Im Rahmen des IAPP KnowledgeNet Chapters fand am 26. Januar 2026 in München ein fachlicher Austausch zum Thema „Privacy Enhancing Technologies (PETs) und ihre Umsetzung in der Praxis“ statt. Einführend in die Veranstaltung wurde die Frage nach einer begrifflichen und konzeptionellen Einordnung von PETs aufgeworfen. Dabei wurde rasch deutlich, dass der Begriff keiner einheitlichen Definition unterliegt, sondern je nach fachlicher Perspektive und Anwendungszusammenhang unterschiedlich interpretiert und abgegrenzt wird.
Im Mittelpunkt standen zwei Paneldiskussionen, in denen Vertreter aus Wirtschaft, Technik und Aufsicht ihre Perspektiven auf den Einsatz von PETs teilten. Besonders wertvoll war dabei die Einbindung der Datenschutzaufsicht: Aus Sicht der Behörde wurden die Erwartungen an den Einsatz von PETs in Unternehmen erläutert, insbesondere im Hinblick auf die Dokumentation der DS-GVO-Compliance. Zudem wurde aufgezeigt, welche Rolle technische Experten innerhalb der Aufsichtsbehörden spielen und wie diese eng mit juristischen Fachkräften zusammenarbeiten, um den gesetzlichen Auftrag effektiv zu erfüllen.
Aus Unternehmenssicht wurde anschaulich dargestellt, wie PETs systematisch entwickelt und in bestehende Prozesse integriert werden können. Dabei wurden konkrete Anwendungsfälle vorgestellt, in denen PETs bereits erfolgreich eingesetzt werden, um Datenschutzrisiken zu minimieren und gleichzeitig datengetriebene Innovation zu ermöglichen. Ein weiterer Fokus lag auf der Bedeutung einzelner Standorte für die globale Entwicklung und Implementierung datenschutzfreundlicher Technologien.
Auch die rechtliche Dimension kam nicht zu kurz: In den Diskussionen wurde deutlich gemacht, wie PETs Unternehmen dabei unterstützen können, zentrale Anforderungen der DS-GVO zu erfüllen. Darüber hinaus wurden aktuelle Überlegungen und Reformvorschläge auf europäischer Ebene eingeordnet und deren mögliche Auswirkungen auf den praktischen Einsatz von PETs diskutiert.
Die zweite Panelrunde widmete sich stärker technischen Aspekten. Themen wie „Differential Privacy“ und „synthetische Daten“ wurden anhand konkreter Praxisbeispiele erläutert. Ergänzt wurde dies durch Empfehlungen, wie die Entwicklung und Nutzung von PETs sinnvoll in Produktentwicklungsprozesse eingebettet werden kann. Abgerundet wurde die Diskussion durch die Vorstellung eines komplexen Use-Cases, bei dem mehrere PETs – darunter föderierte Analysen und Trusted Execution Environments – zum Schutz besonders sensibler personenbezogener Daten eingesetzt wurden, unter Einbindung von Aufsichtsbehörden aus verschiedenen Rechtsordnungen.
Bereits zu Beginn der Veranstaltung wurde der thematische Rahmen gesetzt und die Relevanz von PETs für Unternehmen, Aufsichtsbehörden und die Gesellschaft insgesamt hervorgehoben. Der offene Austausch, die praxisnahen Einblicke und die Vielfalt der Perspektiven machten deutlich, dass PETs längst kein theoretisches Konzept mehr sind, sondern ein zentraler Baustein moderner Datenschutz- und Compliance-Strategien.
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Autor: Phillip Hetzschold